Angeregt durch den Bericht von Miss Blümchen, suchte ich vergangene Woche endlich einmal die neue Centrum-Galerie auf. Teils war ich beeindruckt von der Architektur und bestimmten Perspektiven, teils erregte es mir Schwindel, wie viel Geld für immer neue Konsumtempel ausgegeben wird.
Ein Laden, den ich ganz bestimmt wieder einmal aufsuchen werde, ist das Bastelgeschäft (auch wenn ich bei dessen Schreibweise eher an Creutzfeld-Jakob’sche Verrücktheiten denke, als an schöpferische Kreativität): hier finde ich endlich einmal all die Kleinigkeiten, Haken und Ösen, die der Eisen-Feustel für Klientel wie mich nicht bereithält.
In einem Herrenausstatter für den, sagen wir, metrosexuellen Mann hielten die Umkleidekabinen eine besondere Überraschung bereit. Was zunächst wie harmlose Pin-Ups der 50er Jahre aussah, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Hardcore-Galerie – zensiert mit den guten, alten Pornobalken, die ich seit den zweifelhaften Segnungen von PhotoShop ja durchaus goutiere.
Obwohl die Darstellungen (Klick vergrößert, NSFW) diverser freizügiger Posen und Handlungen durch Verfremdungstechniken von mir eher als künstlerisch denn als pornographisch wahrgenommen wurden, blieb ein merkwürdiges Gefühl zurück, das der Spruch „Kontext, Baby“ ganz gut auf den Punkt bringt. Denn außer mir (ich begleitete einen Freund) bestand die Kundschaft während unseres Einkaufs vornehmlich aus jüngeren Männern Anfang Zwanzig, bei denen ich Zweifel habe, ob sie die Ironie, die durch Collage und Verfremdungstechniken zustande kommt, überhaupt entschlüsseln können. Oder ob hier nicht doch ein Bild von Frauen als allzeit willigen, immerzu verfügbaren Sexualobjekten zementiert wird.







